2. Sohn des Markgrafen
Wilhelm
der Alte von Montferrat und der Judith
von Österreich, Tochter von Markgraf
Leopold III.; Urenkel
von Kaiser
HEINRICH IV.
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1342
********************
Konrad von Montferrat, König von Jerusalem
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* um 1146, † 28. April 1192
Tyrus
Jüngerer Sohn Markgraf
Wilhelms
V. von Montferrat und der Judith von Österreich
Onkel König
Balduins V. von Jerusalem, Vetter Kaiser
FRIEDRICHS I.
und des französischen
Königs Ludwig
VII.
1. oo N.N.
†
Frühjahr 1187
2. oo Theodora, Schwester des byzantinischen
Kaisers
Isaak II.
†
noch 1187 verlassen
24.11.1190
3. oo Isabella, Tochter König Amalrichs I.
von Jerusalem
1171 † nach 1.4.1205
Tochter aus 3. Ehe:
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Königin Maria von Jerusalem
Nach Teilhabe an der bewegten Geschichte
Reichs-Italiens
und Zwischenspielen in Konstantinopel landete Konrad
kurz nach der Katastrophe von Hattin in Tyrus, wo er, das Kommando
über
die Stadt übernehmend, zwei Belagerungen Saladins
abwehrte.
In Rivalität zu König Guido
baute Konrad Tyrus zu seiner
Machtbasis
aus. Nach dem Tod der Königin
Sibylle und ihrer Töchter 1190 (Erlöschen der
rechtlichen Legitimation der Königswürde
Guidos)
setzten die Gegner des LUSIGNAN
die
Vermählung
Konrads mit Sibyllas
Stiefschwester und Erbin
Isabella
durch.
Im Mai 1191 bezeichnete sich Konrad
als
rex electus. Nach dem Fall
Akkons setzte König
Richard I. Löwenherz durch, dass
Guido als König, Isabella
und Konrad als Thronfolger anerkannt
wurden. Richards Entschluß
zur
Rückkehr nach England ermöglichte im April 1192 die
Entscheidung
der Barone, allein Konrad als
König
zu akzeptieren, doch wurde er wenig später von Assassinen ermordet.
XIII. 273. KONRAD, Markgraf von Montferrat
1183, Gegen-König von Jerusalem
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* ca. 1146, † 1192 28. IV.
Gemahlinnen:
-----------------
a) vor 1179
N.N.
b) 1187
Theodora, Schwester des Kaisers Isaak II. Angelos von
Byzanz, verlassen 1187
c) 1190 24. XI.
Isabelle, Tochter Amalrichs I. von Anjou, Königs
von Jerusalem (siehe XIV. 59.)
†
ca. 1208
ISABELLA D'ANJOU
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* 1172, † 1206
1190
oo KONRAD, Markgraf von Montferrat
† 1192 ermordet durch den "Alten vom Berge"
Byzantinischer Cäsar,
Fürst von Tyros,
das er gegen Sultan Saladin
behauptet;
Onkel des Königs Balduin V. von
Jerusalem
Schroffer Gegner seines
Schwagers König
Guido I. de Lusignan von Jerusalem, anerkannte ihn formal
1190,
bekommt Sidon und Beirut dazu; unterstützt letztlich auch König
Richard I. Löwenherz, war vorher Parteigänger von
König
Philipp II. von Frankreich; wird 1191/92 durch einen
Kompromißfrieden
König
von Jerusalem, während Guido
auf Cypern beschränkt wird. Beherrscht als König nur etliche
Küstenplätze, unter anderem Jaffa, Haifa, Sidon, Tyros,
Cäsarea,
Beirut und Akkon als Residenz.
KONRAD
--------------
* um 1146, † 1192 ermordet
Konrad wurde Gegner von Kaiser BARBAROSSA, stellte sich deshalb den lombardischen Städten zur Verfügung, nahm mit dem Vater das Kreuz und war zeitweise Regent von Montferrat. Er ging zuerst in byzantinische Dienste, besiegte 1186 den Gegen-Kaiser Alexios Branas und wurde Cäsar, machte 1187 die Schlacht bei Hittin gegen Saladin mit und rettete vor diesem Tyros. Er wurde dessen Fürst und stützte sich auf König Philipp II. von Frankreich gegen seinen königlichen Schwager Guido von Lusignan. Er wurde 1191 durch einen Kompromißfrieden König von Jerusalem, nahm Beziehungen zu Saladin auf gegen König Guido, der auf Zypern beschränkt wurde. Er wurde durch den "Alten vom Berge", dem Haupt der Assassinen, ermordet.
1187
oo THEODORA ANGELINA VON BYZANZ
† nach 1195 als Nonne
1187 wieder verstoßen
Tochter des kaiserlichen Generals Andronikos Dukas-Angelos, Schwester des Kaiser
1190
oo ISABELLA D'ANJOU VON JERUSALEM, Tochter und
Erbin des Königs Amalrich I.
† 1206
Runciman Steven: Seite 838
***************
"Geschichte der Kreuzzüge"
Konrads Tod war ein schwerer Schlag für das wiedererstehende Königreich. Hart, ehrgeizig und bedenkenlos wie er war, genoß er doch das Vertrauen und die Bewunderung des einheimischen fränkischen Adels und wäre ein starker und verschlagener König gewesen. Und doch brachte sein Verschwinden einen entschädigenden Ausgleich.
Mayer Hans Eberhard: Seite
69,125,130-135,169,205,218,220,242
******************
"Geschichte der Kreuzzüge"
Nach der Niederlage bei Hattin (1187) krallten sich
die
Christen in drei Küstenstädten fest, die Saladin
nicht bezwingen konnte. Tripolis und Antiochia wurden gerettet durch
das
rechtzeitige Eintreffen einer sizilianischen Hilfsflotte, Tyrus hielt
einer
zweimonatigen Belagerung Saladins
stand.
Die Stadt war unter dem Kommando des kurz nach der Katastrophe
eingetroffenen
Markgrafen
Konrad von Montferrat, dessen unbeugsame Energie bei der
Verteidigung
zu einem im Abendland weithin gerühmten, leuchtenden Beispiel
wurde.
Konrad,
der Mann der Stunde, sah sofort, dass sich ihm hier die Chance seines
Lebens
bot. Als er vor Tyrus einen glänzenden Seesieg gegen die
Ägypter
erfochten hatte, erzwangen
Saladins Emire
am 1. Januar 1188 die Aufhebung der Belagerung.
Als König Guido von Lusignan
aus der Gefangenschaft entlassen wurde und mit einer Handvoll Ritter
nach
Tyrus marschierte, dachte Konrad nicht
daran, aus der von ihm verteidigten Stadt, die Kronbesitz war, zu
weichen,
da er Guido nicht mehr als
König
anerkannte. Der nun ausbrechende Machtkampf zwischen Guido
und Konrad sah bis 1190 eine
beispiellose
Verschleuderung des ohnehin dezimierten Krongutes, von der vor allem
die
italienischen und französischen Seestädte profitierten. Konrad
von Montferrat hatte seine Unterstützung Guidos
bei der Belagerung Akkons mittlerweile eingestellt. Im Herbst waren Königin
Sibylle und ihre
beiden Töchter gestorben, und Konrad
strebte
nunmehr selbst nach der Krone. Guido
hatte
nur als Gemahl
Sibylles regiert. Da
Nachkommen nicht vorhanden waren, fiel die Erbfolge an Isabella,
die jüngere Tochter König
Amalrichs,
die mit Humfred IV. von Toron
verheiratet war. Konrad
ließ durchsickern, dass Isabella geheiratet
habe, ehe sie das vorgeschriebene Alter erreicht hatte. Geschickt
verknüpfte
er dieses juristische, wahrscheinlich unzutreffende Argument mit der
politischen
Opposition der Barone gegen den jungen
Humfred, der 1186 sich sofort Guido
angeschlossen
hatte. In einer Justizkomödie wurde Isabella
von Humfred geschieden und
anschließend mit Konrad
getraut
(24. November 1190), obwohl dieser bereits verheiratet war. Der
Erzbischof
von Canterbury starb aus Gram über die von ihm bekämpfte
Heirat,
aber die Kurie fand sich, wenn auch zögernd, mit der Biganie ab. Der
Winter 1190/91 brachte den Belagerern eine große Hungersnot,
für
die man im Feldlager den Markgrafen
von Montferrat verantwortlich machte,
der sich nach Tyrus zurückgezogen hatte. Nach der Ankunft des
englischen
und französischen Kreuzzugsheeres wurde
Konrad
von Philipp II. August und dem
Herzog
von Österreich als neuer Führer der Deutschen gestützt.
Nach der Eroberung Akkons durch die Kreuzfahrer wurde die Regierung des
Landes nun als Kompromiß geregelt: Guido
wurde als König bestätigt, Konrad sollte
sein Erbe sein. Der Kompromiß hatte sich nicht bewährt und
auf
Drängen der Barone ließ Richard I.
von England vor seiner Abreise
Guido
fallen
und der energische Konrad von Montferrat wurde
zum König gewählt,
wie es auch dem geltenden Geblütsrecht
entsprach.
Als am Abend des 28. April 1192 seine Frau Isabella
zu
lange im Bade blieb und daher das Essen nicht beginnen konnte (so will
es der Chronist Ernoul), begab sich Konrad
zum Bischof von Beauvais, um dort zu speisen. Da dessen Mahl aber schon
vorbei war, lief er langsam wieder seinem tyrischem Palast zu. Als er
um
die Ecke bog, wurde er von zwei Assassinen erstochen. Die
öffentliche
Meinung beschuldigte Richard der
Anstiftung.
Der wahre Verantwortliche ist nicht zu erkennen. Nach wenigen Tagen
heiratete
Konrads
Witwe den Grafen
Heinrich von der Champagne.
Cardini Franco: Seite 246
************
"Friedrich I. Barbarossa"
In jener finsteren Stunde scheint nur ein Krieger,
ein
Abenteurer, der aus dem nebligen Nord-Italien ausgezogen war, um das
sagenumsponnene
Vorderasien zu erobern, noch des Namens des christlichen Rittertums
würdig
zu sein: Konrad von Montferrat,
Mitglied
eines Hauses, das, so scheint es, in der Tat den Weg des Abenteurers
gewählt
hat.
Wenige Tage später, Mitte Juli 1187, traf im Hafen
von Tyrus, der einzigen großen Küstenstadt des
Königreiches,
die noch in den Händen der Kreuzritter war, der zweitgeborene Sohn
des alten Markgrafen ein: Konrad.
Der um 1140 geborene Konrad
war damals im Vollbesitz seiner Kräfte. Zwischen 1177 und 1179
hatte
er, wie wir bereits wissen, sein Glück in Mittel-Italien versucht,
wo er auch gegen Christian von Mainz
gekämpft hatte. 1183 starb sein
Bruder Rainer, der sich in Konstantinopel mit der byzantinischen
Prinzessin Maria vermählt hatte, unter
mysteriösen
Umständen; und zwei Jahre später - nachdem ein normannischer
Angriffsversuch auf Byzanz fehlgeschlagen war - brach Konrad
seinerseits
in das Neue Rom am Bosporus auf, wo der Basileus
Isaak Angelos ihm seine
Schwester Theodora
zur Frau bestimmt hatte. In Konstantinopel hatte er sich heldenhaft
gebärdet,
indem er unter anderem den Thron des Schwagers vor einer Revolte
rettete;
dieser aber hatte ihm das - da er nur zu gut wußte, wie ungern
die
Lateiner in seiner Hauptstadt gesehen waren, und vielleicht auch weil
er
Verdacht gegen ihn geschöpft hatte und eifersüchtig war -
sehr
unfreundlich vergolten, indem er sich darauf beschränkte, ihm den
Ehrentitel Kaisar (Caesar) zu
verleihen.
Da hatte Konrad, der vielleicht um
sein Leben fürchtete, von seinen Schuhen eines rauhen
abendländischen
Kriegers den Goldstaub Konstantinopels geschüttelt und sich auf
einem
genuesischen oder pisanischen Schiff ins Heilige Land begeben. Dort
mußte
er erfahren, dass sich sein Vater in Gefangenschaft befand und die
gesamte
Situation verzweifelt war; und von Tyrus aus hatte er den energischen
Gegenschlag
geführt. Nach seinen Herrschaftshandlungen zu urteilen, würde
man sagen, dass er sich bereits als Nachfolger seines Schwagers
Balduin IV. und jenes
Balduin V.,
dessen Onkel er war, betrachtet
hat. Dieser piemontesische Edelmann, der
bereits byzantinischer Caesar war, wollte also König von
Jerusalem
werden (und das sollte ihn für kurze Zeit, 1191 bis 1192, auch
gelingen).
Saladin
belagerte
wiederholt Tyrus, aber Konrad
vermochte
ihm mit der Tatkraft und Genialität des mutigen Ritters und des
großen
Strategen, der in Italien und in Konstantinopel solide Erfahrung
gesammelt
hatte, standzuhalten; Konrad
scheint
auch Kriegslisten angewandt zu haben, die er dem von Cornelius Nepos und
von Frontius erzählten
Leben des Themistokles entnommen
hatte. Es
heißt sogar, Saladin habe
mit
ihm zu verhandeln versucht und ihm im Tausch für Tyrus das Leben
und
die Freiheit seines alten Vaters angeboten. Aber Konrad
habe verächtlich geantwortet, dass er für den Vater niemals
auch
nur das unbedeutendste Steinchen von Tyrus preisgeben würde, ja,
dass
es ihn auch nicht beeindrucken würde, wenn sich der Greis unter
der
Mauer einfände, denn er habe lange genug gelebt. Der
Kurdenführer
seinerseits war zu großherzig und klug, um sich mit einem
nutzlosen
Verbrechen zu beflecken: Allem Anschein nach hat er den alten
Markgrafen
freigelassen, der 1188 friedlich in Italien starb.
An Konrad war es
auch, die psychologische Propaganda für den neuen Kreuzzug zu
organisieren.
Er ließ ein Tafelbild malen, auf dem ein grimmiger sarazenischer
Krieger dargestellt war, der sich auf das Grab Christi stürzte,
während
sein Pferd das ehrwürdige Heiligtum entweihte, indem es sich
darüber
entleerte. Erzbischof Josse von Tyrus
wurde beauftragt, mit dem Bild durch
Europa zu reisen, um in den Herzen Erschütterung und
Entrüstung
zu erregen. Außerdem schrieb Konrad
an die Genuesen, an die Pisaner, an den Kaiser, an den König von
England
und an den König von Ungarn. Und tatsächlich erleben wir
bereits
in den ersten Februartagen 1188 in den Städten Italiens die
Vorbereitungen
für den Aufbruch der Kreuzzugskontingente.
Csendes, Peter: Seite 120,121,122
*************
"Heinrich VI."
Während der Zeit seiner Gefangenschaft erwuchs Guido
im Kreis der Kreuzritter in Konrad von
Montferrat,
der Tyrus und einige andere Stützpunkte nahe der Küste retten
konnte, ein Konkurrent um die Königskrone.
Richard stellte sich in diesem Zwist sofort voll auf die
Seite
der LUSIGNANS, die alte
Lehensleute
der PLANTAGENETS waren. Guido
vermochte dabei allerdings zusätzlich darauf bauen, daß Konrad
unterdessen die Unterstützung König
Philipps gefunden hatte.
Die zurückbleibenden Kreuzfahrer konnten sich
jedoch
Guido
nicht mehr als militärischen Anführer vorstellen. So wurde Konrad
von Montferrat zum König gewählt. Doch noch ehe
er
gekrönt war, fiel er am 28. April 1192 einem Mordanschlag
zum Opfer. Der Auftrag dazu ging von dem legendenumwobenen Alten vom
Berg
aus, dem Führer der syrischen Assassinensekte. Es verbreitete sich
aber schnell das Gerücht,
Richard hätte
hinter dem Anschlag gestenden.
1. oo N.N. (Italienerin)
†
1187
2. oo Theodora Angelina von Byzanz, Tochter des
Andronikos Dukas-Angelos
um 1160 † nach
1195
Schwester des Kaisers Isaak II.
24.9.1190
3. oo 2. Isabella I. Königin von Jerusalem
1171 †
1205
Kinder:
3. Ehe
Maria I. la Marquise
nach 15.6.1191 † 1212
14.9.1210
oo Johann Graf von Brienne
um 1150 † 21.3.1237
Literatur:
-----------
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Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria
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- Röhricht, Reinhold: Geschichte des Königreichs
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in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 744-839 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen
Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs-
und
Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer
Verlag 1994 Tafel 459 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 172 - Toeche, Theodor: Kaiser
Heinrich
VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 109,252,
253,254,256,258,267,
337 - Zöllner Walter: Geschichte der Kreuzzüge. VEB
Deutscher
Verlag der Wissenschaften Berlin 1977 Seite 118,125,228 -