Welche Spiele kannte man im Mittelalter?

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Auch im düsteren Mittelalter wurde gespielt und man vertrieb sich gern die Zeit mit Puff oder Wurfzabel, einem Brettspiel das dem heutigen Backgammon ähnelt. Es gab auch noch weitere Brettspiele, denn sie waren erschwinglich und mehrere Generationen konnten sich an ihnen erfreuen. Die Menschen im Mittelalter vergnügten sich aber nicht nur mit Brettspielen, sondern liebten auch aktivere Freizeitvergnügen.

Schach und Boggia

Das in Persien erfundene Brettspiel Schach kannte man auch in Europa bereits vor dem 15. Jahrhundert. Die heute gültigen Regeln gibt es aber erst seit Beginn des 16. Jahrhunderts. Boggia, das Spiel mit den Kugeln, kannte man ebenfalls und hier galten schon damals die Regeln, mit denen man heute auch noch gewinnen kann. Auf vielen Mittelaltermärkten wird dieses Spiel inzwischen wieder dem Publikum nähergebracht und auch Kupp, das mit Holzklötzchen nach einem ähnlichen Prinzip wie Boggia gespielt wird, kann man auf den Märkten spielen.

Sportlich und gefährlich - Wurfspiele aus dem Mittelalter

Das Axtwerfen war im Mittelalter ein beliebter Zeitvertreib und auch Messerwerfen sorgte für einen zusätzlichen Nervenkitzel. Vor allem auf den Märkten führten damals Künstler ihr Können vor, während das Volk sich nur im Ernstfall zu Aufständen mit Äxten und Messern bewaffnete. In vielen Bauernaufständen war die Axt die beliebteste Waffe, denn sie war auf jedem Hof zu finden und musst nicht extra gekauft werden.

Kegelgilden und Würfel

Im 12. Jahrhundert war das Kegeln ein beliebter Zeitvertreib und sogar Kegelgilden oder -clubs wurden gegründet, wie aus Dokumenten hervorgeht. Für den Eintritt in eine Gilde musste eine Aufnahmegebühr in Form von Naturalien entrichtet werden und die Spielregeln von damals haben mit den heutigen nicht viel gemeinsam. Man spielte zuerst mit einem und dann mit bis zu elf Kegeln und anstelle von sportlichem Ehrgeiz stand eher das Geld im Vordergrund. Aus verschiedene Quellen geht auch hervor, dass die Kegelbrüder sich wüste Schlägereien lieferten und im Braunschweiger Stadtrecht war sogar zu lesen, dass man ein schlechter Mensch sei, wenn man Kegelbrüdern für mehr als eine Nacht Obdach gewährt.

Würfel waren im Mittelalter ebenfalls sehr beliebt und die Glücksspiele erfreuten sich großer Beliebtheit. Allerdings überschuldeten sich viele Spieler auch und deshalb wurde zeitweise sogar der Besitz von Würfeln unter Strafe gestellt.

Kartenspiele

In einer venezianischen Handschrift wird im Jahr 1299 das erste Mal ein Spiel erwähnt, bei dem Karten die Hauptrolle spielten. Von Italien aus verbreiteten sich die verschiedenen Kartenspiele schnell überall auf dem Globus und schon damals zeigten die Karten die noch heute bekannten Farbsymbole Herz, Blatt, Schelle und Eichel. Die handgefertigten Karten waren zuerst reine Luxusartikel, doch ab 1450 setzte man hölzerne Druckblöcke ein und die Karten wurden deutlich günstiger. Die Kartenzahl und auch die Regeln änderten sich im Mittelalter häufig und Informationen zum beliebten Kartenspiel, das noch heute viele Fans hat, finden Sie hier online.

Geschrieben von Felix

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