Diane de Poitiers                                      Mätresse Heinrichs II. von Frankreich
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3.9.1499-22.4.1566
             Schloß Anet
 

Älteste Tochter des Jean de Poitiers, Herr von St. Vallier und der Jeanne de Batarnay, Tochter von Seigneur Imbert
 

Frauen der Weltgeschichte: Seite 129
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DIANA VON POITIERS
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3.IX.1499-22.IV.1566

Viele Dichter haben sie besungen, viele Künstler haben sie gemalt, als das klassische Beispiel einer noch im hohen Alter reizvollen und begehrenswerten Frau. Eines der bekanntesten Bildnisse Dianas trägt statt ihren Namen die Inschrift "Poppäa Sabina" - eine galante Anspielung auf die Gewohnheit beider Damen, in Milch zu baden, und zugleich ein unmißverständlicher Hinweis auf Kaiser Nero, der die Christen ebenso unerbittlich verfolgte wie König Heinrich II. von Frankreich die Hugenotten. Diana, Witwe des Grafen Ludwig de Breze, war vermutlich zuerst die Freundin König Franz I., dann aber verliebte sich dessen 17-jähriger Sohn und Thronfolger Heinrich in die um 20 Jahre Ältere so sterblich, dass er freiwillig die lebenslängliche Halbtrauer teilte, die sie um ihren verstorbenen Gatten trug. Der Stern dieser reifen und klugen Frau überstrahlte bald den Glanz der Königin Katharina von Medici; die verfeinerte Lebensform des Hofes, der zum kulturellen Mittelpunkt Frankreichs wurde, war nicht zuletzt dem Einfluß Dianas zu danken. Sie beherrschte König Heinrich völlig und teilte seine Jagdleidenschaft und Baulust. Sie verstand es, ihre beiden Töchter vorteilhaft mit Mächtigen des Reiches zu verheiraten und gute Freundschaft mit dem Connetable Montmorency zu halten, dem "heimlichen König". Als König Heinrich II. bei einem Turnier - in den Wappenfarben Dianas - einem tragischen Unglück zum Opfer gefallen war, konnte Königin Katharina endlich die verhaßte Rivalin vom Hofe verweisen. Ihre letzten Jahre verbrachte Diana zurückgezogen auf Schloß Anet, über dessen prunkvollem Portal in lateinischer Sprache die Worte eingemeißelt waren: "Phoebus weiht dieses Haus der lebenden Diana - Diana aber gibt Phoebus alles Empfangene wieder."



Hartmann Peter Claus: Seite 74,92
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"Französische Könige und Kaiser der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498-1870."

Um 1536 war Heinrichs Beziehung zu Diane de Poitiers schon entstanden oder im Entstehen begriffen. Bis zu seinem Tode sollte die um 20 Jahre ältere und ob ihrer Schönheit berühmte Witwe des Louis de Breze an Heinrichs Seite bleiben, eine Begleiterin von schwer zu fassendem, aber wohl bedeutenden Einfluß auf das Denken und Handeln des Kronprinzen und dann des Königs. Sie war klug genug, ihren Geliebten im Rahmen des Möglichen immer wieder zu honorigem Verhalten seiner Gattin gegenüber anzuhalten.
Nach dem Tod Heinrichs II. mußte sie den Hof verlassen und ihr an der Loire gelegenes Schloß Chenonceaux im Tausch gegen das weniger prächtige Chaumont an Katharina von Medici abtreten.

Diane übte bis zu Heinrichs Tode am Hofe großen Einfluß aus. Sie brachte die Geschäfte in die Hände des Connetable Montmorency, des Marschalls St. Andre und des Kardinals Karl von Guise, mit dessen Bruder Claude von Aumale sie ihre zweite Tochter vermählte. Sie selbst wurde 1548 zur Herzogin von Valentinois erhoben. Nach dem Tode Heinrichs II. mußte sie den Hof verlassen.

Mahoney Irene: Seite 32, 36-41
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"Katharina von Medici"

Heinrich II. hatte sich leidenschaftlich verliebt, was sein ganzes Leben lang anhalten sollte. Seine Geliebte, Diane de Poitiers, war eine Frau, die beinahe 20 Jahre älter war als er, eine Frau, deren Schönheit und Einfluß mehr zur Legende Anlaß gegeben hat als der Wahrheit entsprach. Die dramatische Geschichte, sie habe sich in ihrer Jugend Franz I. selbst hingegeben, um vom König Vergebung für ihren Vater zu erlangen, entbehrt jeder Grundlage. Außerdem ist sie in psychologischer Hinsicht unwahrscheinlich. Diane war nicht die Frau für Gesten der Selbstaufopferung. Verheiratet in jungen Jahren mit Louis de Breze, dem Groß-Seneschall der Normandie, war es ihr Glück, längst verwitwet zu sein, als sie die Geliebte des Dauphin wurde. Auf den ersten Blick erscheint es eine aussichtslose Liaison, aber Diane war nicht nur eine Frau von großer Schönheit, sondern auch von überaus gesundem Menschenverstand. Geliebte des stillen, melancholischen Jungen zu sein, der eines Tages das Szepter Frankreichs in Händen halten würde, war eine Rolle von großer Bedeutung. Man nimmt an, dass Diane, abgesehen von ihrer reichen Erfahrung, dem jungen Mann tröstliche Umarmungen gewährte, Umarmungen, die weniger von jugendlicher als mehr von beharrlicher Leidenschaft beherrscht waren. Mehr als 20 Jahre lebte Diane de Poitiers am Hofe, wo sei dem König beistand, Königin Katharina pflegte, wenn diese krank war, und sich der Aufsicht über die königlichen Kinder widmete.
Diane, von der ein zeitgenössischer Historiker später schreiben sollte: "Keine Frau in Frankreich in ihrer Lage hat jemals zuvor so viel Geld aufgehäuft", erwarb innerhalb eines Jahres nach Heinrichs Thronbesteigung das Herzogtum Valentinois zusammen mit dem Schloß in Chenonceaux. Die Kronjuwelen gingen in ihre Hände über, und in den folgenden Jahren wurden ihr die Subsidien ausgezahlt, die sich die Staatskasse kaum leisten konnte. Trotz ihres Alters (sie näherte sich den 50) war ihre Schönheit nicht beeinträchtigt. Der sanfte Glanz ihrer Haut, ihre weichen und klassischen Gesichtszüge, die hohen, festen Brüste, die erlesene Anmut ihres Halses nutzte sie die Zeit zu ihrem Vorteil und ließ sich malen, wie sie es schon in ihrer Jugend getan hatte. Als ihr Haar zu ergrauen begann, unternahm sie nichts, dies zu verbergen, sondern ließ durch ihr Silberhaar ihrer Schönheit etwas Gütiges und Gescheites hinzufügen. Alter erschreckte sie nicht. Ihre Kleidung blieb ebenso einfach und elegant wie immer, das Schwarz und Weiß ihrer Roben diente als untadelige Unterlage für die Juwelen des Königs, die sie nicht zum Zeichen der Herausforderung trug, sondern weil sie es als ihr gutes Recht empfand.
Das Schloß von Anet, im Westen von Paris, das auf Diane durch ihren ersten Ehemann gekommen war, fühlte jetzt die volle Kraft ihrer goldenen Hände. Die alten feudalen Gebäude wurden im neuen franco-italienischen Stil wiederhergerichtet. Philibert Delorme, der schon wegen seines architektonischen Genius berühmt war, bekam freie Hand zur Neuschöpfung einer Welt voller Schönheit. Als er fertig war, erhielt sein Werk den Namen "Das Paradies von Anet".
Königin Katharina mußte sich durch die allgegenwärtige Anwesenheit der Mätresse ihres Gemahls in ihrem Stolz tief verletzt fühlen, aber Heinrich sah in seiner Verliebtheit nichts als die grenzenlose Güte der von ihm angebeteten Frau. Im Januar 1550 machte er ihr auf der Stelle ein Geschenk von 5.000 Pfund aus "Dankbarkeit für die guten und lobenswerten Dienste, die sie für unsere teure und geliebte Königin geleistet hat.
Zwei Jahre darauf konnte sich Diane noch unentbehrlicher machen, denn im März erkrankte Katharina in Joinville an Scharlach. Die Krankheit nahm oft schicksalhaftes Ausmaß an, denn Katharina war in gefährlicher Todesnähe. Ungeachtet der Ansteckungsgefahr wich Diane nicht vom Lager der Königin, und als Katharina schließlich genas, versicherte ihr der Arzt, es sei Dianes unentwegte und umsichtige Fürsorge gewesen, die ihr das Leben gerettet habe.
 
 
 
 

29.3.1515
  oo Ludwig von Breze, Grand-Senechal der Normandie
       1459-   1531
 
 
 

Kinder:

  Francoise
  1517-

  Louise
  1519- 1.1574

1.8.1547
  oo Claude I. Herzog von Aumale
       17.2.1524-14.3.1573
 
 
 
 

Literatur:
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Hartmann Peter Claus: Französische Könige und Kaiser der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498-1870. Verlag C. H. Beck München 1994 Seite 72,74,89,92,124 - Ferdinandy Michael de: Philipp II. Bechtermünz Verlag Augsburg 1996 Seite 134 - Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 185,203-215,217,222,225-227,232-253,256-261,266,268,355,384,450,453 - Mahoney Irene: Katharina von Medici. Königin von Frankreich. Eugen Diederichs Verlag München 1994 Seite 32,36-41,44,51,56,63 - Tamussino Ursula: Maria von Ungarn. Ein Leben im Dienst der Casa de Austria Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 207,229 - Treffer Gerd: Franz I. von Frankreich Herrscher und Mäzen Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1993 Seite 89,248,291,304 - Thoma Helga: Madame, meine teure Geliebte. Die Mätressen der französischen Könige. Piper Verlag GmbH München 1998 Seite 10-44 -
 
 
 
 


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