David I. der Heilige                               König von Schottland (1124-1153)
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um 1080-24.5.1153
               Carlisle
 

Jüngster Sohn des Königs Malcolm III. von Schottland aus seiner 2. Ehe mit der Margarete von England, Tochter von Prinz Eduard
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 599
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David I., König von Schottland 1124-1153
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* um 1085, + 24. Mai 1153
                   Carlisle

Der jüngste Sohn Malcolms III. “Canmore” und der heiligen Margarete, Tochter von Eduard Aetheling und Agathe von Ungarn

  oo 1112 Mathilde, Tochter des englischen Earl Waltheof (Sohn von Siward) und der Gräfin Judith, einer Nichte Wilhelms des Eroberers

Sohn:
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Heinrich (+ 1152)

David I. verbrachte seine Kindheit und Jugend am Hof König Heinrichs I. von England, wo er eine ritterliche Erziehung erhielt und den Feudalismus aus erster Hand kennenlernte, die neuesten Strömungen religiösen Denkens aufnahm und das Geheimnis des Erfolges der normannischen Regierungsmethode sah. Als jüngster Sohn Malcolms folgte David I. unerwartet auf den schottischen Thron durch die Kinderlosigkeit der beiden älteren Brüder Edgar und Alexander I. Obwohl David I. zunächst ein abhängiger Schützling Heinrichs I. war, ging er schnell zu einer unabhängigen Politik über, die auf die Schaffung eines großen schottischen Königreiches zielte, das von Caithness im Norden bis  nach Carlisle und sogar Northumberland im Süden sowie bis zum westlichen hochländischen Festland reichen sollte, sich aber nicht auf die Hebriden ausdehnte, die unter norwegischer Herrschaft verblieben. Dieses Ziel wurde 1136 erreicht, als David I. mit dem neuen englischen König Stephan von Blois, dessen Position schwach war, ein für Schottland vorteilhaftes Abkommen vereinbarte. Von diesem Zeitpunkt an bis zu seinem Tod unterstützte er Kaiserin Mathilde und ihren Sohn Heinrich (später Heinrich II.), den angevinischenBewerber auf den englischen Thron; zweimal fiel David I. als ihr Verbündeter in englisches Gebiet ein. Sogar, als Davids Armee bei der Schlacht von Standarte (1138) schwer geschlagen wurde, blieben die Kontrolle von Cumbria und der größte Teil des nördlichen England in schottischer Hand. Von 1141-1153 regierte David I. tatsächlich den größten Teil der Zeit von Carlisle aus, wo er auch sterben sollte. Durch seine Heirat mit Mathilde erwarb er ein großes Feudallehen im östlichen Mittelengland. Ihr einziger Sohn Heinrich war zum "rex designatus" ernannt und besaß seit 1139 das Earldom von Northumberland. Er hinterließ bei seinem Tod drei Söhne, von denen die beiden ältesten, Malcolm IV. und Wilhelm I. der Löwe, nacheinander Könige von Schottland wurden.
David I. gelang es, das Königreich Schottland bis nördlich der Flüsse Forth und Clyde endgültig auszuweiten, womit der größte Teil von Cumberland oder Strathclyde und Lothian, dem nördlichsten Teil von Northumbria zwischen Forth und Tweed, einbezogen waren. Die Führungsschicht wurde nach feudalen Prinzipien umgestaltet, ein Prozeß, der durch die Ansiedlung von Baronen und Rittern aus England, der Normandie, der Bretagne und dem königlich französischen Flandern, die sich besonders im Süden Schottlands etablierten, begünstigt wurde. Die städtische Entwicklung, die sich bis zu diesem Zeitpunkt nur in schwachen Ansätzen abzeichnete, wurde erheblich durch die Gründung von zahlreichen burghs (boroughs) oder privilegierten Marktflecken beschleunigt, die wiederum auch durch die umfanmgreiche Einwanderung von englischen, flämischen und skandinavischen Händlern und Handwerkern begünstigt wurden. Der Handel selbst wurde durch königlichen Schutz und die Prägung (etwa seit 1136) der ersten schottischen Münze (silberne sterling pennies nach englischen Vorbild) gefördert.
Die Kirchenorganisation in den Diözesen wurde gründlich neugestaltet, in Anpassung an die vertrauten Vorbilder in England und Frankreich, obwohl es David I. nicht gelang, die Metropolitanstellung für den vornehmsten schottischen Bischofssitz, St. Andrews, zu erlangen. Außerdem stiftete der König persönlich viele religiöse Gemeinschaften von Männern sowie von Frauen. Zu nennen ist die Niederlassung von Zisterziensern (Melrose [1136], Newbattle, Kinloss), Augustiner-Chorherren (Holyrood [1128], St. Andrews, Cambuskenneth), Hospitalitern und Templern; vor allem aber die Ansiedlung der hochadligen Benediktiner von Tiron, die sich in Kelso niederließen (1113/28) und die strengste Regel im mittelalterlichen Schottland befolgten. - David I. war neben Robert I. Bruce einer der bedeutendsten Herrscher Schottlands im Mittelalter.
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David I. der Heilige wuchs in England auf, wurde 1107 Graf von Northumberland und Huntingdon und auch in Lothian und Cumbrien. Wie der Bruder wurde er englischer Vasall, stützte sich ganz auf England und führte verheerende Bürgerkriege gegen Alexander I., dem er 1124 als Gesamtkönig folgte. Im englischen Thronkrieg unterstützte er ab 1135 seine Nichte Mathilde gegen Stephan von Blois, verlor aber 1138 die Schlacht bei Standard Hill ("Standardenschlacht"), mußte Huntingdon aufgeben und englischer Vasall bleiben. Er holte die bretonisch-normannischen Familien BRUCE und STUART ins Land und gewann Strathclyde zurück, schüttelte die englische Hoheit ab, besiegte 1130 den Gegen-König Angus von Moray und verstärkte die Anglisierung. Er war stattlich, kraftvoll, majestätisch, fromm und gründete unter anderem die Abteien Melrose, Kelso, Dryburgh und Jedburgh.
 
 
 
 

 1113
  oo 2. Mathilde von Bamburgh, Tochter des Earls Walter II.
                  -  1130/31   Großnichte des Königs Wilhelm I.

     1. oo Simon I. Graf von Huntingdon
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Kinder:

  Malcolm
         - Kind

  Claricia
        -

  Hodierne
         -

  Heinrich Prinz von Schottland
  um 1114-12.6.1152
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutgart 1962 Seite 18,21,28,69 - Schreiber Hermann: Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen Familie. Bechtermünz Verlag GmbH Eltville am Rhein 1995 Seite 13 -