Begraben: Kloster Abdinghof
Sohn des Grafen Immed IV. aus der IMMEDINGER-Sippe
und der Adela von Hamaland, Tochter von Graf Wichmann
Nach Schnitger Verwandter des Königs
HEINRICH II.
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 475
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Meinwerk, Bischof von Paderborn seit 13. März 1009
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* um 975, + 5. Juni 1036
Paderborn
Begraben: Kloster Abdinghof
Als nachgeborener Sohn des angesehenen, mit dem sächsischen
Königshause verwandten Geschlechts der "IMMEDINGER" (Vater:
Graf Immad, Mutter: Adela, Tochter des Grafen Wichmann von
Hamaland) zum Geistlichen bestimmt, wurde Meinwerk
an den Domschulen zu Halberstadt und Hildesheim, wo der spätere Kaiser
HEINRICH II. sein Mitschüler war, erzogen. Von OTTO
III. in die königliche Hofkapelle berufen, empfahl
er sich dessen Nachfolger HEINRICH II. aufgrund
seiner vornehmen Herkunft und seines Reichtums für die Übernahme
der vergleichsweise armen Paderborner Bischofskirche. Durch Güterschenkungen
und eine energisch betriebene Erwerbspolitik schuf Meinwerk
die Voraussetzung für die Entstehung des Hochstifts Paderborn. Außergewöhnlich
war sein Einsatz im Königsdienst, den er - wie KONRAD
II. lobend hervorhob - mit größerer Ergebenheit und
häufiger als andere Bischöfe "nicht nur einmal, sondern fast
das ganze Jahr über" (D K II. 171) versah.
Meinwerk unterstützte
HEINRICH II. und KONRAD
II. bei ihren kriegerischen Unternehmungen, insbesondere gegen
die Polen, und begleitete beide Herrscher zur Kaiserkrönung nach Rom
(1014,1027). Während seiner Amtszeit wurde Paderborn zu einem der
führenden Residenzorten im Reich. Meinwerks unermüdliche
Dienste für König und Reich wurden durch zahlreiche königliche
Schenkungen belohnt (unter anderem Übertragung der Abteien Helmarshausen
und Schildesche durch HEINRICH III.
[= DD. 371 und 403]).
Aufgrund eines gesteigerten bischöflichen Repräsentationsbedürfnisses
entfaltete Meinwerk eine rege Bautätigkeit.
So erneuerte und erweiterte er den im Jahre 1000 abgebrannten Dom. Von
dem Plan zur Errichtung weiterer, kreuzförmig um den Dom angeordneter
Kirchenbauten wurden lediglich Kloster Abdinghof in der westlichen Vorstadt,
das Meinwerk zu seiner Grablege bestimmte,
und die nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche östlich des
Dombezirks errichtete Stiftskirche Busdorf angeführt. Südwestlich
des Doms ließ er einen zweigeschossigen Bischofspalast bauen. Unter
seiner Leitung wurde vermutlich auch die neue Königspfalz mit einem
45 m langen Saalbau errichtet. Besondere Aufmerksamkeit wandte er der Verwaltung
des Kirchengutes zu. Trotz seiner weltlichen Verpflichtungen vernachlässigte
er jedoch seine pastoralen Aufgaben nicht und bemühte sich um die
Verbesserung der kirchlichen Organisation. Weniger eine Gelehrtennatur,
wenn auch den geistigen Strömungen seiner Zeit keineswegs fremd gegenüberstand,
verkörperte Meinwerk das Ideal eines Reichsbischofs ottonisch-früh-salischer
Zeit.
Quellen:
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Vita Meinwerci episcopi Patherbrunnensis, ed. F. Tenckhoff
(MGH SRG [59], 1921) [verf. um 1165 von einem Abdinghofer Mönch].
Literatur:
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LThK VII, 242f. - NDB XVI, 680f. - J. Bauermann, M. (Westfäl.
Lebensbilder I, 1930), 18-31 - H. Bannasch, Das Bm. Paderborn unter den
Bf.en Rethar und M. (983-1036)(Stud. und Q. zur Westfäl. Gesch. 12,
1972) - M. Balzer, Zeugnisse für das Selbstverständnis Bf. M.s
v. Paderborn (Tradition als hist. Kraft, hg. N. Kampf-J. Wollasch, 1982),
267-296 -H. J. Brandt-K. Hengst, Die Bf.e und Ebf.e v. Paderborn, 1984,
64-79 - M. Balzer, M. v. Paderborn (1009-1036), 1986 [Lit.].
B 52
Me: 5.6. Meinwerc eps + 1036 Paderborn
Meinwerk von Paderborn
erscheint, obwohl er mit den BILLUNGERN als Angehöriger der sogenannten
'IMMEDINGER'
verwandt war, nicht im Lüneburger Necrolog. Wedekind.,
Noten 3, S. 340 führt ihn fälschlich im Register auf.
Sein besonderes Vertrauensverhältnis zu HEINRICH
II., die Ermordung des BILLUNGERS Wichmann III. (G 136) durch
seine Mutter Adela und seinen Stiefvater Balderich sowie seine Auseinandersetzungen
mit dem BILLUNGER Thietmar brachten ihn wohl in eine Gegnerschaft zu den
BILLUNGERN, obwohl dies in den Quellen nicht ausdrücklich gesagt wird:
vgl. hierzu Bannasch, Paderborn, passim, bes. S. 175 f. und S. 179 f.,
s. dazu auch oben S. 125 f.
Im Merseburger Necrolog gehört der Eintrag nicht
mehr der Ergänzungsschicht an, sondern stellt einen der wenigen Nachträge
in das Necrolog nach 1018 dar; vgl. Wellmer, Persönliches Memento,
S. 65 Anm. 124 und oben S. 154.
Allgemein vgl. Biogr. Wörterbuch 2, Sp. 1865; FW
B 211.
Zum Todesdatum: Bannasch, S. 210
Meinwerk
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* c 975, + 1036 VI 5
1009 Bischof von Paderborn
Bischof Meinwerk von Paderborn
ist uns unter anderem in den D H II. 262 und 311 als ein "nepos"
Kaiser HEINRICHS II. gut bezeugt. Da
wir als Vater Bischof Meinwerks einen
Grafen Immad kennen, erklärt die Forschung gemeinhin die Verwandtschaft
unseres Paderborner Bischofs mit der OTTONEN-Dynastie
über die
Königin Mathilde
bzw. deren Vatersbruder Immad, der als Ahne Bischof
Meinwerks gilt; vgl. Schmid, Nachfahren S. 83. Hlawitschka,
Untersuchungen Kap IIa bei Anm. 43-50, macht zu dieser Frage nun auf einen
Meinwerk aufmerksam, der in den Reichenauer
Gedenkeintrag König HEINRICHS (pag.
63 D 1-4) aufgenommen ist und somit zu den engen Verwandten (Vertrauten?)
des Königs zu gehören scheint. Die Vita Meinwerci c. 5 Seite
7, bezeugt uns Meinwerk zudem als "regia
stirpe genitus", was Oedinger, Adelas Kampf Seite 221, und Werner
VIII, 56-58 aus der Zugehörigkeit von Meinwerks
Mutter Adela von Elten zur Nachkommenschaft KARLS
DES GROSSEN erklären. Meinwerks
ungefähres Geburtsjahr ergibt sich aus dem kanonisch vorgeschriebenen
Alter von 30 Jahren für die Bischofswürde; sein Todestag ist
uns in der Vita Meinwerci c. 219, Seite 132, genannt.
Über den Paderborner Bischof unterrichtete uns sehr
fundiert die umfassende Monographie von Hermann Bannasch, Bistum.
Trillmich Werner: Seite 71,361
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Bischof Meinwerk,
der IMMEDEINGER, den OTTO III. als
Halberstädter Domherrn in die Hofkapelle aufgenommen
und zum Aachener Kardinal erhoben hatte, gehörte zu den vertrautesten
Beratern des letzten LIUDOLFINGERS.
Auf dessen Weisung übertrug der reiche Prälat seiner Kirche als
Brautgabe aus dem Familienvermögen unter anderem die Grundherrschaft
Plesse im Leinetale mit einem Zubehör von mehr als 1100 Hufen, und
sein Vetter Unwan erkaufte sich 1013 die Erhebung zum Erzbischof von Hamburg-Bremen
durch die Übereignung von Allodien auf dem Eichsfelde und in Moringen
an Paderborn. Ergänzend kam dazu Besitz in Westfalen und 1016 die
Meinwerks
Mutter vom Königsgericht auferlegte Mordbuße. Der
Kaiser schenkte dem Bischof drei Grafschaften innerhalb seiner Diözese,
Forstrechte zwischen Osning und Senne, sowie die Klöster Helmarshausen
und Schildesche. Seine Residenz ließ
Meinwerk
großzügig umgestalten. Der gewaltige Neubau des doppelchörigen
Doms wurde 1015 geweiht. Die Bartholomäus-Kapelle in der bischöflichen
Pfalz, eine dreischiffige Halle, versahen byzantinischen Steinmetzen aus
Süditalien mit einer den Sachsen bisher unbekannten Technik mit Gewölben.
Domburg und Marktsiedlung erhielten neue Befestigungsanlagen. Östlich
davon wurde 1014 eine Stiftskirche nach dem Vorbilde der Jerusalemer Grabeskirche
errichtet. Westlich dem Domburg entstand das reich privilegierte Abdinghof-Kloster
St. Peter und Paul. Dank seiner Vielseitigkeit als Diplomat, Verwaltungs-
und Wirtschaftsfachmann zählte Meinwerk
zu den einflussreichsten sächsischen Großen. Herrisch, verschlagen,
berechnend und hart zupackend erwehrte er sich aller seiner Widersacher,
nicht zuletzt der BILLUNGER.
Am 5. Juni 1036 war des Kaisers vertrauter Ratgeber
Meinwerk verstorben. Wenige Tage
zuvor hatte KONRAD den Todkranken ein
letztes Mal besucht, an der Weihe von Stift Bußdorf teilgenommen
und mit dem Freunde Christi Himmelfahrt gefeiert. Der Tod des für
alle Probleme des Reiches aufgeschlossenen, immer einsatzbereiten, klugen
Mannes bereitete ihm einen schmerzlichen, persönlichen Verlust.
Finckenstein Finck von: Seite 99
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"Bischof und Reich"
Meinwerk, der über
seine Mutter
Adela von den sächsischen Grafen von Hamaland
in Nieder-Lothringen abstammte und dessen mit dem BILLUNGER Liudger verheiratete
Schwester Emma die Mutter seines Nachfolgers Imad wurde, war väterlicherseits
ein Vetter des sächsischen Pfalzgrafen Dietrich, des Vaters Bernwards
von Hildesheim, und des Grafen Sigebert, den Wenskus für den Vater
Erzbischof Unwans von Hamburg-Bremen hält. Über die vermutlich
ebenfalls immedingischen Grafen von Hamaland ergaben sich aber auch
Beziehungen zur Familie der Königin Mathilde
und deren Verwandten Bischof Dietrich I. von Metz, die wieder in unmittelbare
Königsnähe führen.
Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 35,154,244,303
B 52 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München
1994, Seite 69,82-84, 88 -
Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und
Reich des Salierkaisers, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1998, Seite
90 - Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof und Reich. Untersuchungen
zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen Reiches (919-1056),
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 Seite 99 - Glocker Winfrid:
Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau
Verlag Köln Wien 1989 Seite 354 - Hlawitschka, Eduard: Untersuchungen
zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur
Adelsgeschichte Süddeutschlands, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1987 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/ Hg.):
Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1997, Seite 59-61,128A, 262A,263A,338 - Schulze Hans K.: Das Reich
und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler
Verlag, Seite 313-315 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr
vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 304, 318,338,366,412,468 -
Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union
Verlag Bonn 1991 Seite 71,361 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II.
(1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg
1999, Seite 120,151, 155,161,184,215,235,245 -