Vermutlich Sohn des Herzogs Arnulf von Bayern (Riezler)
und Bruder des hochangesehenen Grafen Hermann
Althoff Gerd: Seite 321
***********
"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"
B 117
Lü: 7.9. Harnoldus eps + 1023 Halberstadt
Arnulf entstammte
einem sächsischen Adelsgeschlecht und war vor seiner Erhebung zum
Bischof von Halberstadt 996 Mitglied der Hofkapelle
OTTOS III. Auch sein Bruder Hermann begegnet im Lüneburger
Necrolog; vgl. G 58.
Im Jahre 1002 unterstützte er mit dem BILLUNGER
Bernhard I. (H 4) und Bischof Bernward von Hildesheim (B 166) die Thronkandidatur
Ekkehards von Meißen (G 42); siehe dazu oben Seite 106.
Er gilt dennoch in der Forschung als Anhänger HEINRICHS
II., der ihm die Bewachung des Markgrafen Gunzelin von Meißen
übertrug; vgl. NDB 1, Seite 393.
Allgemein Fleckenstein, Hofkapelle 2, Seite 86f.; Fritzsch,
Halberstädter Bistum, Seite 21f. und FW B 150.
Zum Todesdatum: Hirsch, Jbb. Heinrichs II. 3, Seite 282.
Arnulf entstammte einem sächsischen Adelsgeschlecht und war vor seiner Erhebung zum Bischof von Halberstadt 996 Mitglied der Hofkapelle OTTOS III. Auch sein Bruder Hermann begegnet im Lüneburger Necrolog. Da es nach dem Tode des Bischofs Hildiward zu einem Streit um dessen Nachfolge kam, machte OTTO III. von dem Gewohnheitsrecht, daß er bei zwiespältigen Wahlen zu entscheiden habe, Gebrauch und erhob Arnulf, ein Mitglied seiner Kapelle, der ihm persönlich nahe stand und vornehmster Abstammung war, zum Bischof von Halberstadt. Im Jahre 1002 unterstützte er mit dem BILLUNGER Bernhard I. und Bischof Bernward von Hildesheim die Thronkandidatur Ekkehards von Meißen. Er gilt jedoch dennoch in der Forschung als Anhänger HEINRICHS II., der ihm die Bewachung des Markgrafen Gunzelin von Meißen übertrug.
Görich Knut: Seite 142,163
**********
"Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus."
Als Nachfolger Bischof Hildiwards (+ 25.11.996)
setzte OTTO III. seinen Kapellan
Arnulf ein, der ein verläßlicher
Anhänger des Kaisers blieb. Damit waren andere Voraussetzungen für
die Wiederherstellung des Bistums Merseburg geschaffen, denn die bisherigen
Bischöfe hatten nach Kräften die kirchenpolitische Neuordnung
im Zusammenhang mit der Gründung des Erzbistums Magdeburg behindert.
Im Laufe des zweiten Italienzuges erschien in den Jahren zwischen 997 und
Ende 999 auch Bischof Arnulf beim Kaiser
in Rom.
Seite 169-171
Besondere Bedeutung kommt dabei der Position Bischof
Arnulfs von Halberstadt (996-1023) zu. Die überlieferten
Nachrichten deuten darauf hin, dass Arnulf,
der bis zu seiner Bischofserhebung durch OTTO
III. der Hofkapelle angehört hatte, ein enger Vertrauter
des Kaisers war: Schon kurz nach seinem Amtsantritt Ende 996 erhielt Arnulf
am 20. April 997 von OTTO III. den
Wildbann in sechs dem liudolfingischen
Hausgut zuzurechnenden Forsten verliehen; weitere umfangreiche Besitzschenkungen
im Harzgau folgten 998 und 1000. Ein Vasall Arnulfs
namens Liudger erhielt die Graf Richbert, dem Großonkel Thietmars
von Merseburg, entzogene Grafenwürde im Harzgau. Als zuständiger
Diözesanbischof weihte Arnulf
im Auftrage der Äbtissin Mathilde von Quedlinburg
die Kirche in Quedlinburg und das von Mathilde
gestiftete Nonnenkloster in Walbeck; am 9. September 999 weihte er auf
Wunsch OTTOS III. dessen Schwester
Adelheid zur Äbtissin des Kanonissenstifts
zu Quedlinburg. Kurz darauf muß Arnulf
nach Süden aufgebrochen sein, denn Anfang Dezember scheint er sich
beim Kaiser in Rom aufgehalten zu haben. Mit dem von OTTO
III. hochgeschätzten Bischof Heinrich I. von Würzburg
stand er - möglicherweise seit der gemeinsamen Zeit in der Hofkapelle
- in freundschaftlicher Verbindung. Schließlich war jener Graf Hermann,
der 985 entscheidenden Anteil am Zustandekommen des Ausgleichs mit Heinrich
dem Zänker hatte, möglicherweise ein Bruder Arnulfs.
Insgesamt ist deshalb die Vermutung, dass Arnulf
ein verläßlicher Anhänger OTTOS
III. in Sachsen war, gut begründet; dazu paßt auch,
dass Arnulf - zusammen mit OTTOS
treuen Parteigängern Bischof Bernward von Hildesheim und Herzog Bernhard
I. von Sachsen - 1002 die Kandidatur des Markgrafen Ekkehard unterstützte.
Die Rückgabe des 981 übertragenen Merseburger
Burgwards an das Bistum Merseburg im Jahr 1004 läßt sich
Arnulf von
HEINRICH II. mit 100 Hufen Land vergüten,
das weitaus größere Gebiet zwischen Unstrut und Saale jedoch,
das 968 dem neugegründeten Bistum Merseburg von der Halberstädter
Diözese zugeschlagen worden und 981 wieder zurückgegeben worden
war, verblieb nun auf Dauer bei Halberstadt. Diese Regelung trug dem jahrzehntelangen
Widerstand Halberstadts unter
Arnulfs
Vorgänger
Hildeward (968-996) gegen die Gebietsabtretungen an Merseburg Rechnung;
dieser Verzicht und der Ersatz für den Burgward Merseburg war von
Arnulf also offenbar zur Bedingung
seiner Zustimmung zur Wiederherstellung Merseburgs gemacht worden. Man
darf davon ausgehen, dass auch OTTO III.
die Vorbehalte Arnulfs kannte und in
seine Planung einbezog, als er die Merseburger Angelegenheit aufgriff.
Eine Kompensation für Halberstadt, die derjenigen HEINRICHS
II. vergleichbar war, mußte schon OTTO
III. ins Auge gefaßt haben, wenn er das Verhältnis
zu Arnulf und das Merseburger Projekt nicht aufs Spiel setzen wollte.
Soweit erkennbar, hatte Bischof Arnulf
der Merseburger Frage wegen keinen Anlass, sich der sächsischen
Adelsopposition gegen OTTO III. anzunähern.
Literatur:
-----------
Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 106,321
B 117 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung
im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977,
Seite 128,345 A. 34 - Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof
und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des ottonisch-frühsalischen
Reiches (919-1056), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 - Görich
Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1995 Seite 142,163,169-171 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher
des Deutschen Reiches unter Heinrich II., Verlag von Duncker & Humblot
Berlin 1864 Band III Seite 282 - Schneidmüller, Bernd/Weinfurter
Stefan/Hg): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1997, Seite 84,85A,90,91A,124,127,128A,140A,141A - Thietmar
von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite
142,158,196,208,236,240,244,266,302,304, 316-320,334,344,346,378,410,412,440
- Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende
der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 51,85,148,154,161,258,261
-