Geschichte des Handels in Regensburg im Mittelalter

Im Mittelalter blieben die meisten Menschen, unabhängig davon, ob sie auf dem Land oder in der Stadt lebten, meist ihr gesamtes Leben lang über an dem gleichen Ort – um andere Länder oder gar nur die anliegenden Gebiete zu erkunden, fehlte den damaligen Menschen entweder das Geld oder die Zeit. Die einzige Ausnahme waren Händler, die es wagten ungesicherte Handelsstraßen mit kostbaren Waren auf ihren Wägen zu befahren, auf der Suche nach möglichen Abnehmern und dem finanziellen Gewinn. Für Städte war der Handel wichtig, um Güter erwerben zu können, die in der eigenen Region gar nicht oder nur unzureichend vorkamen.

Regensburg unterhielt lukrative Handelsbeziehungen zu Land und See

Für den besseren Handel war die Lage einer Stadt dabei äußerst wichtig. Regensburg war damals von besonderer Bedeutung, schließlich lag die Stadt an einem Fluss; dies ermöglichte Handelsschiffen das Anlegen. Die Stadt beherbergte zu damaliger Zeit eine Vielzahl reicher Bürger, die den Handel mit ihrem Vermögen zusätzlich ankurbelten. Die Handelsbeziehungen von Regensburg erstreckten sich damals über die gesamte, bis dato bekannte Welt; aus Afrika wurden Baumwolle oder Farbstoffe und aus dem Orient Gewürze wie Nelken, Zimt und Pfeffer importiert. Oft gewährte man auch Kredite, um den Warenverkehr nicht zu stoppen; diese mussten auch im damaligen Zahlungsverkehr schon, inklusive Zinsen, später wieder beglichen werden.

Die Handelsfamilien aus Regensburg betrieben auch regen Handel mit Familien aus Osteuropa. So hatte einer der damals bekanntesten Familien, die Runtinger, eine Filiale in Prag. Der Handel mit osteuropäischen Familien war dabei für beide Seiten gleichbedeutend wichtig. Während die Familien aus Regensburg Seide, Wein, Salz, Tuchen und Gewürze nach Osteuropa brachten, brachten diese wichtige Grundressourcen wie Erze, Silber, Kupfer und Metalle nach Regensburg. Durch den barrierefreien Zugang zu wertvollen Ressourcen konnte sich Regensburg als Handelszentrum in der Region beweisen und gleichzeitig auch seine Machtstellung gegenüber anderen Ländereien ausbauen; der Ausbau der eigenen Machtstellung mithilfe des lukrativen Fernhandels mit entfernten Ländern führte immer wieder zu Konflikten mit dem Herzogtum Bayern.

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