Die im Mittelalter vorkommende Genealogie

Unter dem Begriff Genealogie versteht man die Familiengeschichtsforschung oder, volkstümlich ausgedrückt, die Ahnenforschung. Die Genealogie ist eine Hilfsdisziplin der Geschichtswissenschaft und beschäftigt sich mit der Herkunft von bestimmten Personengruppen oder Familien. Forscher, die sich mit dieser Spezialdisziplin befassen, werden als Genealogen oder Familienforscher bezeichnet. Die Mittelalter-Genealogie setzt sich mit der Periode nach dem Ende der Völkerwanderungen etwa ab dem 7. Jahrhundert A. D. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert, als die Zeit des Mittelalters langsam von der Renaissance abgelöst wurde, auseinander.

Genealogie oder Familienforschung wurde und wird in erster Linie bei Herrscher- und Adelsgeschlechtern betrieben. Viele bedeutende Adelsfamilien haben ihren Ursprung in jenen Zeiten, zum Beispiel die Habsburger oder die Hohenzollern, um nur zwei unter vielen zu nennen. Nachkommen dieser Familien haben zum Teil auch heute noch großen Einfluss im gesellschaftlichen Leben. Die Genealogie solcher wichtigen Personen ist natürlich genau dokumentiert.

Auch für den Durchschnittsbürger kann sich Genealogie durchaus als faszinierendes Hobby eignen. Viele Menschen betreiben in ihrer Freizeit Ahnenforschung auf eigene Faust. Dabei vermag man interessante Dinge über die Vergangenheit seiner Familie zu erfahren. Eine große Zahl der Familiennamen sind mittelalterlichen Ursprungs. So war damals ein Schulze ein Dorfvorsteher, während ein Lehnsmann (Lehmann) ein Adliger von niedrigem Rang war, der von seinem Herrscher ein Stück Land (Lehen) zur Bewirtschaftung erhielt. Ein Meier war der Pächter eines Landguts. Der Name Schmidt in allen Variationen geht dagegen auf den Beruf Schmied zurück. Der Schmied war bereits in der Bronzezeit ein angesehenes Mitglied der Gemeinschaft, dem Achtung und Respekt gezollt wurde. Die Liste der Beispiele ließe sich noch lange fortsetzen. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, zu entdecken, dass unter den eigenen Vorfahren einst ein König oder bedeutender Fürst war, kommen doch oft interessante Einzelheiten zum Vorschein. Allerdings gibt es auf dem Gebiet der Mittelalter-Genealogie auch Personen, die gegen hohes Honorar Fantasiestammbäume erstellen, die in keiner Weise wissenschaftlich fundiert sind.

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