Die Geschichte des Begriffs Mittelalter

Mit dem Begriff Mittelalter bezeichnet man in der Geschichte Europas einen Zeitabschnitt zwischen der Antike und der Neuzeit, dessen Spanne vom 6. bis zum 15. Jahrhundert reicht. Das Mittelalter selbst wird wiederum in drei Abschnitte eingeteilt: das Frühmittelalter, das sich vom 6. bis etwa zum 10. Jahrhundert erstreckt und das Zeitalter der Karolinger und Merowinger bezeichnet; das Hochmittelalter, vom 10. Jahrhundert bis etwa 1250, auch die Epoche der Staufer, Ottonen und Salier, sowie das Spätmittelalter, welches von 1250 bis zum Beginn der Neuzeit führt. Es ist auch die Zeit des Scheiterns der klassischen Kaiseridee und wird auch als der „Herbst des Mittelalters“ betitelt.

Geprägt wurde der Begriff Mittelalter erstmals von italienischen Humanisten im 14. Jahrhundert. Er bezieht sich im Großen und Ganzen auf die Geschichte des Abendlandes, und zwar vor der Reformation. Im Zusammenhang mit Kulturen außerhalb Europas wird dieser Begriff selten verwendet. Somit bezieht sich das Mittelalter in erster Linie auf den europäischen Kontinent sowie die britischen Inseln. Der genaue Beginn und das Ende des Mittelalters sind nicht eindeutig festgelegt und unterscheiden sich außerdem regional. Dieser Sachverhalt ist häufig Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Beispielsweise kann der Beginn der arabischen Expansion im Jahre 632 mit dem Beginn des Mittelalters gleichgesetzt werden; zu diesem Zeitpunkt endete die Spätantike. Gleiches gilt auch für das Ende des Mittelalters, welches z. B. mit der Erfindung des Buchdruckes durch Gutenberg um 1450, der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahre 1492 oder den Anfängen der Reformation 1517 datiert werden kann.

Bereits das Frühmittelalter war geprägt von einer Reihe bedeutender geschichtlicher Ereignisse wie etwa der Christianisierung nichtchristlicher Gebiete, vornehmlich östlich des Rheins sowie in Britannien, die überwiegend durch irische Missionare erfolgte. Die Blütezeit des Römisch-Deutschen Kaiserreiches sowie des Rittertums ist im Hochmittelalter angesiedelt. Dagegen war das Spätmittelalter als die Epoche der Geldwirtschaft und des aufsteigenden Bürgertums anzusehen.

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