Jüngere Tochter des Grafen
Raimund
II. von Tripolis aus dem Hause
TOULOUSE und der Hodierna
von Jerusalem, Tochter von König
Balduin II.
Brandenburg Erich: Tafel 41 Seite 83
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XIII. 655. MELISENDE
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* ...,
† ...
Gemahl:
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verlobt 1161 mit
Kaiser Manuel I. von Byzanz (nicht vollzogen)
Es gab Zweifel, ob sie ehelich geboren war. Sie wurde 1160 von Kaiser Manuel I. als Braut zurückgewiesen, der Maria von Antiochia vorzog.
Runciman, Steven: Seite 664-665
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Im Jahr 1160 traf eine Gesandtschaft, geführt
von
Johannes Kontostephanos und
begleitet vom Hauptdolmetscher des
Hofes,
dem
Italiener Theophylaktos,
in Jerusalem ein, um den König zu bitten,
dem Kaiser eine der heiratsfähigen Prinzessinnen von Outremer
als neue Gemahlin namhaft zu machen. Es kamen ihrer zwei in Betracht:
Maria,
die Tochter der Konstanze von
Antiochia, und
Melisende, die
Tochter
Raimunds
II. von Tripolis, beide Balduins
Kusinen und beide wegen ihrer Schönheit berühmt.
Balduin
mißtraute einem engen Familienbündnis zwischen dem Kaiser
und
Antiochia und schlug daher Melisende vor. Die Botschafter
reisten
nach Tripolis weiter, um über die Prinzessin, die der gesamte
fränkische
Osten als künftige Kaiserin grüßte, Bericht zu
erstatten.
Raimund
von Tripolis beschloß stolzgeschwellt, seiner Schwester eine
würdige Mitgift zu geben, und gab gewaltige Summen für ihre
Aussteuer
aus, Geschenke von ihrer Mutter
Hodierna
und ihrer Tante, Königin
Melisende,
strömten herein. Ritter aus allen Teilen des Reiches eilten nach
Tripolis
in der Hoffnung, zur Hochzeit geladen zu werden. Aber aus
Konstantinopel
kam keine Bestätigung. Die Botschafter hatten Manuel
glühende und schwärmerisch-intime Beschreibungen der Person Melisendes
übersandt, aber auch ein Gerücht über ihre Geburt
verzeichnet,
das sich auf den allbekannten Zwist ihrer Mutter mit ihrem Vater
gründete.
Tatsächlich scheint keinerlei Zweifel über ihre eheliche
Geburt
bestanden zu haben; aber das Geschwätz ließ den Kaiser
möglicherweise
zaudern. Dann vernahm er von Balduins
Eingreifen in Antiochia und erhielt Konstanzes
Klageruf. Im
Frühsommer
1161 schickte Raimund, der mittlerweile ungeduldig geworden
war,
einen seiner Ritter namens Otto von
Risberg nach Konstantinopel, um
anzufragen,
was eigentlich vor sich gehe. Otto
kehrte im August mit dem Bescheid
zurück,
daß der Kaiser die Verlobung
ablehne. Der Schreck und die
Demütigung
waren zuviel für Melisende. Sie verfiel vor Gram und
welkte
und schwand bald dahin als die Princesse
Lointaine der
mittelalterlichen
französischen Ritterromanzen.
Mayer, Hans Eberhard: Seite 107
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Kaiser Manuel verhandelte damals, nachdem seine erste Gemahlin Berta von Sulzbach 1159 gestorben war, gerade über eine neue Ehe. Da Balduin den byzantinischen Einfluß in Antiochia nicht noch verstärken wllte, schlug er dem Kaiser Melisendis von Tripolis vor, aber nach einjährigem Zögern entschied sich Manuel für Maria von Antiochia, die Tochter Konstanzes.
Norwich John Julius: Band III Seite 150-151
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."
Nach einer angemessenen Trauerzeit sandte Manuel
eine Gesandtschaft unter der Leitung des Feldherrn Johannes
Kontostephanos
nach Jerusalem mit der Bitte an König
Balduin,
ihm eine zweite Gemahlin aus den Reihen der dafür in Frage
kommenden
Kandidatinnen in den Kreuzfahrerstaaten vorzuschlagen. Davon gab es
zwei,
und beide waren mit Balduin
verwandt.
Die eine, Melisende, war die
Tochter des verstorbenen Grafen
Raimund
II. von Tripolis; die andere, Maria,
jene Konstanzes von Antiochia
und ihres ersten Mannes Raimund von
Poitiers.
Da das Haus ANTIOCHIA Balduin fortwährend
Ärger bereitete, wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn er
sich für Melisende entschieden hätte. Der ganze
Kreuzfahrerosten
geriet in helle Aufregung. Melisendes Bruder, Graf Raimund
III.,
verschwendete ein Vermögen für die Aussteuer und
Hochzeitsvorbereitungen;
sogar eine Flotte von zwölf Galeeren wurde bereitgestellt, die sie
standesgemäß zu ihrem neuen Heim begleiten sollte. Erst
allmählich
merkte man, daß Konstantinopel noch nichts hatte verlauten
lassen.
Was war geschehen? Sollte es etwa gar keine Hochzeit geben? Sollten die
byzantinischen Gesandten so taktlos gewesen sein, die hartnäckigen
Gerüchte um Melisendes
illegitime Geburt zu
erwähnen,
die einzig auf dem aller Welt bekannten gespannten Verhältnis
ihrer
Eltern beruhten? Dies könnte zutreffen. Indes gab es andere
Gründe,
die Manuel nahelegten, die
Entscheidung
hinauszuzögern. Im November 1160 war Fürst Rainald von
Antiochia
in Gefangneschaft Nur ed-Dins
geraten.
Fürstin Konstanze hatte
darauf sofort die Macht an sich gebracht.
Doch sie war seit je unbeliebt, und eine nicht unbeträchtliche
Anzahl
der Bevölkerung hätte lieber ihren 15-jährigen Sohn
Bohemund,
genannt der Stammler, an ihrer
Stelle gesehen. Rechtens hätte das
Problem dem byzantinischen Kaiser als dem Lehnsherrn von Antiochia zur
Entscheidung vorgelegt werden müssen. Tatsächlich pflegte man
in Antiochia in derlei Fällen jedoch nach Jerusalem zu blicken,
und
statt an Manuel hatte man sich an
König
Balduin gewandt. Dieser hatte sich für den jungen
Bohemund
ausgesprochen und, bis er alt genug war, den Patriarchen Aimery zum
Regenten
bestimmt. Aufgebracht hatte die gedemütigte Konstanze daraufhin
sogleich
den byzantinischen Hof angerufen.
Auch Manuel ärgerte
sich über
Balduins Anmaßung.
Daher dürfte wohl mehr diese Angelegenheit und nicht
Mutmaßungen
über die Identität von Melisendes Vater seine
Entscheidung
beeinflußt haben. Indes ließ er von sich aus nichts
darüber
verlauten. Erst als Raimund im Sommer 1161 ungeduldig anfragen
ließ,
was der Kaiser denn nun beabsichtige, bestätigte dieser, daß
die Hochzeit nicht stattfinden werde. Tripolis war konsterniert. Die
arme
Melisende
fiel einer solchen Verstörung anheim, daß sie nie wieder zu
sich selbst fand [3 Sie soll die reale Gestalt hinter der
"fernen
Liebe", jener Princesse Lointaine, gewesen sein, die im
zwölften
Jahrhundert der Dichter und Troubadour Jaufre Rudel besang und die
später
durch Edmond Rostands gleichnamiges Stück bekannt wurde. Siehe
auch
Petracas Trionfe d'amore, Swinburnes Triumph of Time
und
Brownings Rudel and the Lady of Tripoli.].
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des
Großen.
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 14 Seite 83 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der
Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 107 - Norwich John Julius:
Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH,
Düsseldorf
und München 1993 Band III Seite 150-151 - Pernoud Regine:
Frauen
zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995
Seite
110 - Röhricht, Reinhold:
Geschichte des
Königreichs
Jerusalem (1100-1291). Verlag der Wagnerschen
Universitäts-Buchhandlung
1898 - Runciman, Steven: Geschichte der
Kreuzzüge,
Sonderausgabe
in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 637,664-665 -