Salah ad-Din Yussuf ibn Aijub (Saladin)  Sultan von Ägypten und Syrien (1171/75-1193)
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1138
3.3.1193                           
Takrit  Damaskus

Sohn des Kurden Aijub, Statthalter von Baalbeck

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1280
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Saladin (arabisch Salahaddin Yusuf ibn Ayyub)
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* 1138,
1193
Takrit   Damaskus

Begründer der kurdischen Dynastie der AYYUBIDEN

Sein Aufstieg begann im ungeliebten Ägypten, weshalb er alsbald mit dem Joseph des Alten Testaments verglichen wurde. Als Befehlshaber der Truppen des ZANGIDEN Nuraddin von Damaskus beendete er 1171 auf dessen Druck hin das Kalifat der schiitischen FATIMIDEN und ließ die Freitagspredigt wieder im Namen des sunnitischen ABBASIDEN-Kalifen halten. Schnell wuchs er über die Rolle eines Statthalters Nuraddins hinaus; nur dessen Tod 1174 verhinderte eine militärische Kraftprobe. Noch 1174 konnte Saladin in Damaskus einziehen und das politisch-religiöse Erbe Nuraddins übernehmen. 1183 errang er die Herrschaft über Aleppo, nachdem dort Nuraddins Sohn gestorben war, und 1186 mußte Mosul wenigstens seine Oberhoheit anerkennen. Mit wechselndem Erfolg führte Saladin gegen die Kreuzfahrerstaaten Krieg. Der entscheidende Sieg gelang ihm 1187 bei Hattin. Bis auf das durch Konrad von Montferrat verteidigte Tyrus eroberte er danach das Königreich Jerusalem. Dies löste in Europa den größten aller Kreuzzüge aus, der Saladin nicht unerwartet traf. Nach fast zweijähriger Belagerung gelang den Kreuzfahrern 1191 die Rückeroberung Akkons. Richard Löwenherz drängte Saladin völlig in die Defensive, vermochte aber nicht, Jerusalem anzugreifen, und schloß 1192 einen Waffenstillstand auf drei Jahre. Trotz mehrerer Niederlagen konnte Saladin sich als Sieger fühlen, da Jerusalem in seiner Hand und die Herrschaft der Kreuzfahrer auf die Küste beschränkt blieb. Saladin starb wenige Monate nach dem von ihm finanziell (vor allem zu Lasten Ägyptens) und persönlich bis zur völligen Erschöpfung geführten Kampf, der andere muslimische Herrscher kalt ließ. Als Saladins Nachfolger setzte sich sein kluger Bruder al-Adil durch. Das bei Hattin erbeutete Hl. Kreuz schenkte Saladins Sohn al-Afdal dem ABBASIDEN-Kalifen. - Saladin trat als Vorkämpfer des Islam auf und versuchte damit seine Usurpation der zangidischen Macht zu legitimieren. Er war religiös, verabscheute Luxus, doch trotz aller Propaganda bildete der Hl. Krieg nicht das treibende Element seiner Politik. Saladins Ziel war wohl die Wiederherstellung des islamischen Großreiches unter seiner Führung. Infolge fehlender innerer Stabilität beruhte aber auch der Zusammenhalt seines Reiches auf ständiger Expansion. Gegen die Schiiten ging Saladin nicht so scharf vor wie Nuraddin, obwohl er die Ausbreitung des sunnitischen Islam förderte. In bezug auf Andersgläubige beherzigte er Sure 2, 256: »In der Religion gibt es keinen Zwang.« Die Gestalt des 'edlen Heiden' der europäischen Literatur wurde maßgeblich durch Saladin geprägt, dessen Handlungsweise (z. B. 1187 bei der Einnahme Jerusalems) nicht in das europäische Bild vom Islam als Religion blutiger Gewalt paßte.

H. Möhring

Saladin begleitete, nachdem er sich wissenschaftlichen Beschäftigungen und einem behaglichen Leben hingegeben hatte, 1167 seinen Onkel Schirkuh, den Feldherrn des Sultans Nureddin Mahmud, nach Ägypten und zeichnete sich durch tapfere Taten so aus, dass ihn sein Onkel als Statthalter zurückließ. Auch beim zweiten Zug Schirkuhs nach Ägypten 1168 folgte ihm Saladin, half den Wesir Schawer stürzen und wurde nach Schirkuhs Tode (†  26.3.1169) Wesir von Ägypten. Durch Tapferkeit und Edelmut, milde Menschenfreundlichkeit, Redlichkeit und religiösen Eifer gewann er sich rasch die Herzen aller. 1171 machte er dem Kalifat der FATIMIDEN ein Ende und sich selbst zum unumschränkten Alleinherrscher. Nach Nureddins Tod 1174 unterwarf er auch Damaskus und Syrien, worauf er den Titel eines Sultans annahm, worin er vom Kalifen al-Nasir bestätigt wurde, und 1183 Mesopotamien; auch die Seldschuken-Fürsten in Kleinasien erkannten seine Oberhoheit an. Sein Streben war darauf gerichtet, die Christen aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem zu erobern. Er lieferte ihnen nach mehreren glücklichen Kämpfen, durch die Treulosigkeit der christlichen Ritter gereizt, am 4./5. Juli 1187 die siegreiche Schlacht bei Hittin in der Ebene in Tiberias, in welcher Guido von Lusignan, der König von Jerusalem, mit dem Großmeister der Tempelherren und Johanniter gefangen wurde, und nahm sodann Akka, Said, Beirut und andere Plätze ein, worauf sich am 3. Oktober auch Jerusalem ergab. Tyrus konnte er 1188 jedoch nicht erobern und ebensowenig trotz aller Tapferkeit und Ausdauer Akka entsetzen, das nach hartnäckiger Verteidigung der vereinigten Kräfte der Kreuzfahrer 1192 erlag. Richard I. Löwenherz schlug sogar Saladin bei Arsuf, nahm Cäsarea und Jaffa und bedrohte  Jerusalem. Die Folge war ein auf drei Jahre und drei Monate geschlossener Waffenstillstand, der die Küste von Jaffa bis Tyrus den Christen einräumte; Askalon wurde geschleift, Jerusalem mit seinem Gebiet verblieb dem Sultan. Saladin hinterließ 17 Söhne und 1 Tochter und war der Stifter des Hauses der AIJUBIDEN.







Kinder:

  al-Afdal
  1171
nach 1216

  al-Aziz
  1172
29.11.1198

  az-Zahir I. Herr von Aleppo
     
1216

  Khidr
    






Literatur:
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Die Begegnung des Westens mit dem Osten, hg. von Odilo Engels und Peter Schreiner, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993, Seite 132-145, 147,281 - Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite, Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991, Seite 155,168,172,174 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 29,140,483,485 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 189,197,204 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 672-854 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 101,108,111,112,138 -















































Hans Eberhard Mayer: Seite 105,112-116,120,122-125,128-131,133-136
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„Geschichte der Kreuzzüge“

Nach dem Tode des Wesirs Schirkuh (+ 26.3.1169) folgte ihm sein Neffe Saladin (Al-Malik an-Nasir ad-Din Yusuf) im Amt. Saladin sollte der furchtbarste Gegner werden, der jemals den Franken gegenübertrat. Saladin entstammte einer kurdischen Offiziersfamilie. Er wuchs in Baalbek auf, wo sein Vater Aiyub, nach dem die Dynastie die der AIYUBIDEN genannt wird, Gouverneur war. Vorerst deutete nichts auf eine außergewöhnliche Laufbahn hin. Bekannt wurde der junge Offizier nur durch seine Begabung für Polo. Seit 1152 diente er im Gefolge Nur ad-Dins und war seinem Oheim Schirkuh bei dessen ägyptischen Kriegen behilflich. Erst nach seiner Ernennung zum Wesir zeigte er, was in ihm steckte. Er festigte seine Macht sofort, indem er die ägyptisch-sudanesische Armee zerschlug und mit dem Aufbau einer eigenen Militärorganisation begann. In Kairo ließ er ein große Zitadelle errichten, um die Stadt gegen mögliche fränkische Angriffe zu schützen. Schon vorher wehrte er einen Angriff auf Damiette ab (1169), den die Franken mit Hilfe der nunmehr eingetroffenen byzantinischen Flotte unternahmen. Saladin nahm den Lateinern im Gegenstoß für ihr Unternehmen gegen Damiette 1170 Gaza ab und  auch ihren Hafen am Roten Meer in Aqaba (Eilat), in Ägypten marschierte er nilaufwärts und stieß nach Arabien in den Jemen vor, dadurch Ägyptens Herrschaft über das Rote Meer und die traditionelle Verbindungslinie nach Ostasien sichernd. Nach anfänglichem Zögern beseitigte er im September 1171 die FATIMIDEN-Dynastie, indem er den abbasidischen Kalifen  von Bagdad im Freitagsgebet nennen ließ. Damit war die Einheit der sunnitischen Orthodoxie wiederhergestellt. Das Ausbleiben aller Reaktionen der Bevölkerung beweist, dass die schiitische Lehre keinen tiefen Ein-gang  beim Volk gefunden hatte. Dem Titel nach Wesir unter der Oberhoheit Nur ad-Dins war Saladin in der Praxis Sultan von Ägypten. Dies mußte zu Spannungen mit Nur Ad-Din führen, der seinen Territorien 1171 noch Mosul und Mesopotamien angliederte. Jeder der beiden sah in seinem Machtbereich das eigentliche Kraftzentrum des Islam, und Saladin wehrte sich dagegen, dass Ägypten in Nur ad-Dins Plänen nur als Geldquelle  für den syrischen Krieg dienen sollte. Man ließ die Dinge in der Schwebe. Das Schicksal entschied bald zu Gunsten Saladins, denn Nur ad-Din starb am 15. Mai 1174 in Damaskus. Nach Nur ad-Dins Tod zerfiel das Zengidenreich sofort. Eine Gruppe rivalisierender Offiziere stritt sich um die Vormund-schaft für den kleinen Sohn. Saladin, der sich als wahrer Erbe der hochfliegenden Pläne Nur ad-Dins fühlte, besetzte 1174 Damaskus. Zwei Jahre später heiratete er dessen Witwe und konnte einen end-gültigen Ausgleich mit den Zengiden erzielen, der allerdings Alep-po und Mosul noch unter der Kontrolle zengidischer Lokalherrscher ließ. Auch der Kalif erkannte ihn nun als Oberherrn von Ägypten und Syrien an. Die fränkischen Staaten waren in eine tödliche Um-klammerung geraten. Saladin gedachte seine Position zu nützen. Die nächsten Jahre dienten der Konsolidierung Saladins. In seinen Feldzügen gegen die Franken 1177 und 1179 zeigte sich, dass er von den Zengiden in Aleppo und Mosul nur ungenügend unterstützt wurde. Diese stellten vielmehr eine ständige potentielle Bedrohung seiner Flanke dar. Saladin ließ den Christenkampf keineswegs einschlafen, aber in den Jahren 1179-1185 richtete er seine Energie hauptsäch-lich gegen seine islamischen Rivalen, ohne deren Unterwerfung an einen entschlossenen Krieg gegen die Franken nicht zu denken war. Saladin arbeitete dabei mit demselben System von Diplomatie, Pro-paganda und bewaffneten Demonstrationen, das schon Nur ad-Din ge-gen Damaskus angewandt hatte. Eine Allianz mit den anatolischen Seldschukensultan Kilidsch Arslan II. (1180) diente vor allem der Politik gegen Mosul, erwies sich aber auch als brauchbares Instru-ment gegen den dritten Kreuzzug. Im Jahre 1182 verhinderte der Sultan die drohende Vereinigung Mosuls mit Aleppo, 1183 brachte er Aleppo unter seine Kontrolle, 1185 verschaffte ihm ein fünfjähri-ger Waffenstillstand mit den Franken Operationsfreiheit, die er sofort zur Unterwerfung von Mosul ausnutzte, das nun dem Allianz-system des Sultans fest eingefügt wurde und Saladins Armee um etwa 6.000 Mann verstärkte.
Entgegen früheren Annahmen wurde das türkische Element in seinem Heer, das 1187 etwa 12.000 Berittene erreichte, nicht durch das kurdische verdängt. Vielmehr arbeitete bereits Saladin mit dem Sy-stem türkischer Mamluken, denen er allerdings häufig kurdische Kommandeure verordnete. Die Finanzierung der Armee durch die iqta bereitete ihm große Schwierigkeiten, denn dieses feudale Mischsy-stem von Geld- und Naturalienlohn setzte voraus, dass der Lohnbe-rechtigte während der Erntezeit zur Eintreibung auf seinen Gütern weilte. Es war daher sehr schwierig, die Armee längere Zeit im Feld zu halten, was nur durch äußerste Beanspruchung der Staats-kasse, durch Münzverschlechterung und ein kompliziertes Ablösungs-system mesopotamischer, syrischer und ägyptischer Truppen gelang. Da Saladin ohnehin kein Finanzgenie war und seine Orthodoxie - sein größtes politisches Aktivum - die Abschaffung aller unortho-doxen Steuern verlangte (was freilich viel Geld in die private Wirtschaft pumpte), war er fast ständig bankrott. Was er besaß oder erwarb, verteilte er freigiebig unter seine Verwandten und Anhänger, womit er sich die Loyalität insbesondere seiner Emire erkaufte. Der von ihm begründete aiyubidische Staat war ein halb-feudales Familiengebilde, in dem unter dem Sultan die Prinzen von Geblüt als Großvasallen standen; sie verwalteten ihre Provinzen selbständig, waren aber zu gerechter Regierung. Zur Kriegsfinan-zierung und zur Heerfolge verpflichtet. Sie hatten ihrerseits ihre eigenen Vasallen mit beschränkter Unabhängigkeit, unter denen sich dann das iqta-System aufbaute. Saladin regierte also keineswegs einen Einheitsstaat; eine gewisse Einheitlichkeit der Politik wur-de nur durch die den Prinzen beideordneten Wesire erreicht. Als Organe der Zentralregierung fungierten in Ägypten die drei Diwane für Heereswesen, Finanverwaltung und, als wichtigstes Department, für Kanzleiangelegenheiten. Aber Saladin war ein schlechter Admi-nistrator; er überließ diese Dinge weitgehend seinem Bruder al-Adil und seinem Sekretär, dem Qadi al-Fadil, der der Kanzlei als eine Art Superminister für Äußeres und Inneres vorstand. Als Feld-herr war Saladin ein guter Taktiker, jedoch ein schlechter Strate-ge. Aber er war ein Volblutpolitiker, der seine Züge stets mit größter Sorgfalt vorbereitete, der jeweiligen Situation anpaßte und durchführte. Dabei wurde er von einer durch nichts zu erschüt-ternden Überzeugung getragen, dass ihm die Rolle zufalle, den Islam als Glauben zu einen. Sein Endziel dürfte nicht die Vertreibung der Christen aus dem Heiligen Land, sondern die Wiederherstellung des alten kalifischen Einheitsreiches als Ausdruck der Herrschaft des geoffenbarten Gesetzes gewesen sein. Er wollte die seit langem offenkundige politische Demoralisierung des Islam beseitigt sehen. Er übernahm Nur ad-Dins politisches Programm der Vereinigung aller islamischen Kräfte des Nahen Ostens unter seiner Führung.
Der militärische Aufmarsch gegen die Franken war 1185 abgeschlos-sen. Auch diplomatisch hatte der Sultan die Lateiner von allen möglichen Verbündeten zu isolieren versucht. Während er selbst die ägyptische Flotte ausbaute, suchte er die italienischen Seestädte zur Verlagerung ihres Handels nach Alexandria zu bewegen, um die Franken ihrer Unterstützung zu berauben. Mit Byzanz trat er eben-falls in Kontakt.
Saladins Aufstieg war begleitet vom Abstieg der Franken. Unter den bei den Franken herrschenden Zuständen war Saladin nicht wirkungs-voll zu bekämpfen. Zwar erfocht Balduin IV. 1177 bei Mont Gisard in der Nähe von Ramla einen glänzenden Sieg, konnte ihn aber nicht ausnutzen; 1179 mußte er es hinnehmen, dass Saladin die neu gebaute Festung Chastellet an der Jakobsfurt am Jordan zerstörte; 1180 kam es dann zu einem zweijährigen Waffebstillstand. Der erfolgreiche Vorstoß Saladins gegen Aleppo (1183) nötigte die Franken zu Gegen-maßnahmen. Im Frühjahr 1187 lieferte Rainald von Chatillon dem Sultan Saladin den gewünschten Kriegsgrund, als er während des noch laufenden Waffenstillstandes eine sarazenische Karawane über-fiel, die von Damaskus nach Ägypten wollte. Er hatte Saladin durch ähnlich unüberlegte Handlungen schon früher ergrimmt, als er ohne Rücksicht auf Frieden oder Krieg Pilgerzüge nach Mekka angriff und die Küste des Roten Meeres in einem aufsehenerregenden Beutezug plünderte. Saladin konnte die ständige Gefährdung des Hauptverbin-dungswege zwischen Ägypten und Syrien in Transjordanien auf die Dauer nicht hinnehmen und erklärte den Krieg, als Rainald jede Wiedergutmachung verweigerte. In der Nähe von Nazareth sammelte sich zum Endkampf das größte Heer, das die Lateiner jemals zu Fel-de geschickt hatten. Sie verfügten über etwa 18.000 Mann, darunter aber nur 1.200 gepanzerte Ritter und etwa 4.000 leichtbewaffnete Reiter. Zahlenmäßig war Saladin mit seinen 12.000 Berittenen den Franken überlegen, doch die Wirkung der christlichen Kavallerie war furchtbar, wenn sie Gelegenheit fand, in geschlossener Phalanx über die Muslime herzufallen. Schon am 3. Juli 1187 begannen bei Hattin westlich des Sees Genezareth die Kämpfe mit den Sarazenen. In der wasserlosen Gegend von Durst gepeinigt, die brennenden Au-gen vom Rauch des Buschfeuers gebeizt, das die Muslime angezündet hatten, verbrachten die Franken eine schreckliche Nacht. Am Morgen fanden sie sich von Saladin eingekreist und erlitten nach einem heroischen Kampf, aus dem nur noch Raimund von Tripolis mit weni-gen Genossen der Ausbruch gelang, eine vernichtende Niederlage, wie sie die Geschichte der Kreuzfahrerstaaten  bisher  nicht ge-kannt hatte. Viele Ritter blieben tot auf dem Schlachtfeld, der Rest geriet in Gefangenschaft, unter ihnen der König, der Tempel-meister und Rainald von Chatillon, dem Saladin mit eigener Hand den Kopf abschlug.
Die unmittelbaren Folgen der Schlacht bei Hattin waren verheerend. Das Land war fast seiner gesamten kampffähigen Schicht beraubt; Städte und Burgen waren nur noch dünn besetzt. Saladin zog in ei-nem Siegeszug ohnesgleichen durch Palästina und Syrien; ein arabi-scher Chronist nennt 52 Städte und Festungen, die er eroberte. Dass die Franken seinen Kapitulationsbedingungen vertrauen konnten, er-leichterte ihnen die Übergabe. Am 10. Juli fiel die wichtige Ha-fenstadt Akkon, am 4. September folgte Askalon, die Belagerung Je-rusalems begann am 18. September, und am 2. Oktober kapitulierte die Stadt. Im Norden mußte Saladin auf seiner Kampagne von 1188 aus Zeitgründen die stark befestigten tripolitanischen Ordensbur-gen Krak des Chevaliers, Chastel Blanc, Tortosa und Margat uner-obert liegenlassen. Im Königreich Jerusalem aber machte er reinen Tisch. Tripolis und Antiochia wurden gerettet durch das rechtzei-tige Eintreffen einer sizilischen Hildfsflotte, Tyrus hielt einer zweimaligen Belagerung Saladins stand. Als Konrad von Montferrat vor Tyrus einen glänzenden Seesieg gegen die Ägypter erfochten hatte, erzwangen Saladins Emire am 1. Januar 1188 die Aufhebung der Belagerung. Akkon wurde  zu einer Prestigefrage und es war ein schwerer Schlag für Saladin, dass er die Stadt nach zweijähriger Belagerung verlor. Nicht Guido von Lusignan, sondern Saladin war der Tor gewesen, als er den Rat seiner Emire zurückwies, die 1187 eroberte Stadt völlig zu zerstören. Hier zeigte sich, dass er kein guter Stratege war. Er hatte vielmehr die Festung und den Hafen noch ausgebaut und seine gesamte militärische Ausrüstung aus Ägyp-ten und Syrien in der Stadt gelagert. Guidos Marsch auf Akkon wie überhaupt der dritte Kreuzzug trafen Saladin  unvorbereitet und unerwartet. Er stand vor einem bisher für die islamischen Herr-scher unbekannten Problem, drei Jahre lang  (1190-1192) ein ste-hendes Heer unterhalten zu müssen. Er hatte "die Einkünfte Ägyp-tens ausgegeben zur Eroberung Syriens, die Syriens zur Gewinnung Mesopotamiens, die Mesopotamiens zur Besetzung Palästinas" (al-Fa-dil); jetzt fehlten ihm die nötigen Geldmittel. Der langjährige Kampf um die Stadt hielt ihn von seinem eigentlichen Ziel, der Ausbreitung der islamischen Orthodoxie, ab. Am 12. Juli 1191 ka-pitulierte die entnervte Besatzung von Akkon gegen des Sultans Willen.
Noch ein ganzes Jahr führte König Richard Löwenherz Krieg mit Sa-ladin, dessen Ansehen durch den Fall Akkons erheblich gelitten hatte. Saladins Heer zeigte ernstliche Auflösungserscheinungen, nur die Truppen aus Ägypten und Mosul waren verläßlich. Selbst seine Verwandten, voran sein Neffe Taqi ad-Din, zettelten Meute-reien und Streitigkeiten an, die ihn an einer energischen Kriegs-führung hinderten. Er sah sein Ziel hauptsächlich in der Bewahrung Jerusalems und richtete sein taktisches Bemühen deshalb darauf, die Versorgungslinien der Kreuzfahrer im Landesinneren zu bedro-hen. Diese Taktik hat Richard tatsächlich von ernsthaften An-griffsversuchen auf Jerusalem abgehalten. Saladin versuchte am 7. September bei Arsuf nördlich von Jaffa das christliche Heer in ei-ner entscheidenden Schlacht aufzubrechen. Aber Richard hielt stand und der moralische Sieg lag bei den Lateinern. Bei den anschlie-ßenden Vewrhandlungen ließ sich Saladin durch seinen Bruder al-Adil vertreten. Nachdem er am 5. August 1192 noch einen Angriff Saladins auf Jaffa abgewehrt hatte, schloß Richard am 2. September einen Waffenstillstand auf etwas über drei Jahre und verließ am 9. Oktober 1192 das Heilige Land.
Im März 1193 war Saladin im Alter von 55 Jahren gestorben. Mit ihm war eine der größten Persönlichkeiten des mittelalterlichen Islam dahingegangen, ein Mann, dessen Erfolg fast ausschließlich aus der moralischen Kraft seiner Idee erklärt werden muß. Es lag ganz auf der Linie derislamischen Tradition, dass sein Reich alsbald zu zer-fallen begann.